Itadori in der Küche – Grundlagen der Zubereitung

Wie schmeckt er denn nun …?

Gespannte Stille – nur ein kleines Stückchen wurde vom frisch geernteten Itadori (Japan Knöterich) abgebrochen und nun schaut alles gebannt auf das Gesicht des Testers.

Rhabarber… hmmm, und grüner Apfel – etwas sauer.

Wie unspektakulär ! Irgendwo ist jetzt die Stimmung zwischen Enttäuschung und Erleichterung.
Nun, die Stärke dieses noch sehr unbekannten Gemüses liegt nicht in einer tollen Solo-Vorstellung. Vielmehr ist es die Kombination mit anderen Zutaten, die das absolut Ungewohnte und das besonders Leckere aus ihm herauskitzeln können !

Ein paar Beispiele für Zubereitungsarten folgen – nein, immer noch nicht sofort.

Erst geht es um die Grundlagen.

Man sollte schon wissen, was zu beachten ist – auch wenn sich wieder mal nicht alle daran halten werden…

Vorweg: Itadori ist tatsächlich (um gar nicht so viele Ecken) mit dem Rhabarber verwandt. Der Geschmack ist ähnlich und er lässt sich auch wohl als vollständiger Ersatz in allen Rhabarberhaltigen Rezepten einsetzen.

Erste vorsichtige Zubereitungsversuche
mit Itadori (Japan Knöterich)

Vom Rhabarber weiss man: allzuviel ist ungesund ! Er enthält Oxalsäure, die im Körper Sachen bastelt, die sich nicht gehören (Nierensteine, zum Beispiel). Genau diesen Inhaltsstoff hat auch unser Itadori.

Bei Rhabarber sollen die Blätter giftig sein – man isst also gefälligst nur den Stengel. Da die Itadori Triebe, die wir ernten, noch zu jung für nennenswerten Blatttrieb sind, taucht das Problem eigentlich so nicht auf. Man kann aber trotzdem gerne den Kopf mit den kleinen Blattansätzen abschneiden und unverwendet lassen.

Wie sieht es aus mit der Haut ? Sollte man Itadori schälen ?

Das war auch eine Frage an Peter Becker – den Fachmann, der seit einigen Jahren schon für die Verwendung von Itadori in der Küche im Sinne einer „bionischen Kontrolle“ wirbt.

Eine pragmatische Antwort: Dann ist die schöne Farbe weg und es bleibt auch nichts mehr zu Essen übrig – Itadori ist ja schliesslich hohl !

Muss man Itadori kochen ? Von Rhabarber kennen wir es ja so…

Nun, man kann das so machen. Aber dann bleibt von der schönen knackigen Konsistenz nichts mehr übrig. Das heisst: gedämpfter Itadori sieht erst einmal aus, wie das frisch geerntete Gemüse – bis man es anstuppst. Dann zerfällt und zerfliesst es zu einem sehr Alienwürdigen Schleim, der aber trotzdem den typischen Geschmack beibehält. Das ist dann eher etwas für´s Einkochen und Untermischen.

Es gibt noch einiges mehr zu erzählen, wie beispielsweise, dass Itadori Resveratrol enthält, das wohl (zumindest bei Fruchtfliegen und Einzellern) die Lebenserwartung deutlich steigern soll. Und noch viele andere Details, die uns sicher wieder entgangen sind.

Daher kommt auch hier wieder unsere übliche Warnung – wer unbedingt wilde Gewächse probieren möchte, sollte sich genau informieren. Und zwar bei wirklich zuverlässigen Quellen.

Hier geben wir nur wieder, was wir irgendwo mitbekommen haben. Auch Rezepte, die uns selber beeindruckt haben. Das heisst nicht, dass alles hier auch so richtig oder gar gesund ist…

Eines ist uns aber noch wichtig !

Man findet kaum jemals einen Tipp, was man denn mit den Itadori Resten tun soll, die in der Küche anfallen.

Itadori Reste im Ofen geröstet
Sollten kein Unheil mehr anrichten...

Auf gar keinen Fall in den Kompost ! Wie schon einmal erzählt, reicht ein Schnipsel davon, um eine wahre Plage auszulösen!

Aus diesem Grund stellen wir uns auch immer ein wenig übervorsichtig an – bei uns kommt das Zeugs nicht mal unbehandelt in den Hausmüll. Wer weiß, ob es nicht doch auf dem Weg zum Müllwagen entwischt…

Wir kochen / rösten / mikrowellieren einfach kurzerhand alle abgeschnittenen Reste mit ! Was dabei übrig bleibt, ist nicht mehr invasiv – hoffen wir zumindest.

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One Response to “Itadori in der Küche – Grundlagen der Zubereitung”
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  1. […] Sie schälen, kochen die Itadori Triebe und legen sie dann in viel Salz ein. Das soll alles gegen die Oxalsäure helfen, das Thema hatten wir ja schon letztens erwähnt. […]



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